Was ist der Unterschied zwischen Klimaneutral, Net Zero und Klimapositiv?

Veröffentlicht am: 
November 12, 2021

Klimaneutral ist das neue Gold. Heutzutage verpflichten sich immer mehr Unternehmen, klimaneutral, netto null oder sogar klimapositiv zu werden. Bei globalen Giganten wie Google, die behaupten, das erste Unternehmen zu sein, das seinen CO2-Fußabdruck beseitigt hat, können wir uns fragen: Wie ist das möglich?

Im Dschungel der Klima Begriffe, was Klimapositiv, CO2-Neutral und Net Zero wirklich bedeuten
Im Dschungel der Klima Begriffe, was Klimapositiv, CO2-Neutral und Net Zero wirklich bedeuten

Begriffe wir "CO2-Neutralität", "Netto-Null", oder "Klimapositiv" gibt es schon länger. Doch in der letzten Zeit wurden diese Begriffe sowohl von kleinen Start-Ups als auch globalen Konzernen in ihre Marketingkampagnen integriert. Die Vielfalt an Formulierungen und der Mangel an Klarheit können in die Irre führen.

Gemäß dem Pariser Abkommen, eines der größten weltweiten Abkommen, gemeinsam die schädlichen Aspekte des Klimawandels zu minimieren, müssen wir alle jetzt anpacken. Somit müssen wir auch den Jargon von Klimaneutralität verstehen.

Was bedeutet Klimaneutral vs Klimapositiv vs CO2-Negativ vs CO2-Neutral vs Net-Zero?

Hier gibts es verschiedene Begriffe, welche wir definieren können:

  • CO2 Neutral = Klimaneutral: das bedeutet, dass alles CO2 welches von einem Unternehmen und dessen wirtschaftliche Aktivitäten in die Atmosphäre entlassen wird, im selben Maße ausgeglichen wird. 
  • Klimapositiv = CO2-Negativ: bedeutet, dass das Unternehmen mehr leistet, also nur seine eigenen Emissionen auszugleichen. Es gleicht zudem weiteres CO2 aus.
  • CO2 Positiv: ist, wie Unternehmen Klimapositiv und CO2 Negativ beschreiben. Dieser Begriff wird häufig im Marketing verwendet, da er positiv wahrgenommen wird, jedoch nicht eingängig verständlich ist.
  • Net-Zero / Netto-Null CO2 Emissionen bedeutet, dass eine Aktivität keine Treibhausgase verursacht.

Was bedeutet CO2-Neutral beziehungsweise Klimaneutral?

CO2-Neutral wird oft mit Klimaneutral gleichgesetzt. Das war 2006 das Wort des Jahres des New Oxford American Dictionary – und wurde seitdem in die Mainstream-Welt katapultiert. Per Definition ist CO2-neutral (oder CO2-Neutralität) das Gleichgewicht zwischen der Emission von Kohlenstoff und der Aufnahme von Kohlenstoffemissionen aus Kohlenstoffsenken.
Oder einfach alle CO2-Emissionen vollständig eliminieren.
Kohlenstoffsenken sind alle Systeme, die mehr Kohlenstoff aufnehmen als emittieren, wie Wälder, Böden und Ozeane.
Nach Angaben der EU-Kommission entfernen natürliche Senken zwischen 9,5 und 11 Gt CO2 pro Jahr. Bis heute kann keine künstliche Kohlenstoffsenke Kohlenstoff im notwendigen Umfang aus der Atmosphäre entfernen, um die globale Erwärmung zu bekämpfen.
Um CO2-Neutral zu werden, haben Unternehmen daher zwei Möglichkeiten:
1. ihre CO2-Emissionen drastisch auf Netto-Null zu reduzieren oder
2. ihre Emissionen durch Kompensation und den Kauf von CO2-Zertifikaten auszugleichen.

Was bedeutet es, klimaneutral zu werden?

CO2-neutral zu werden ist das neue Mantra der Wall Street und weltweiter Unternehmen, aber wie lässt sich das verwirklichen?

  1. Zunächst sollten Unternehmen ihren CO2-Fußabdruck berechnen lassen.
  2. Sobald sie diesen berechnet haben, haben Unternehmen ein besseres Gefühl dafür, wie viel das Unternehmen gegensteuern muss.
  3. Unternehmen können dann damit beginnen, ihre schlechtesten CO2-Indikatoren zu analysieren, also wo das Unternehmen am meisten Emissionen ausstößt und hier mit dem Handeln beginnen.
  4. Am Ende kompensiert das Unternehmen die Emissionen, die übrig bleiben.
  5. Es ist unmöglich, CO2-freie Emissionen zu erzeugen. Daher ist die Kompensation ein praktikabler Ansatz, um klimaneutral zu werden.

Der Ausgleich ihrer CO2-Emissionen sendet eine starke Botschaft an ihre Gemeinde, dass sich das Unternehmen verpflichtet hat, den Weg für eine nachhaltige Zukunft zu ebnen. Die Mittel aus der Neutralisierung des CO2-Fußabdrucks werden den Gemeinden, die am stärksten durch die Auswirkungen des Klimawandels gefährdet sind, zur Verfügung gestellt. Das Unternehmen muss jedoch sicherstellen, dass das Kompensationsprojekt transparent ist und die lokalen Gemeinschaften in den Prozess einbezieht.

Was ist der Unterschied zwischen CO2-Neutral und Netto-Null

CO2-Neutral, Netto-Null, Klimapositiv. Alle diese Begriffe werden oft als Synonyme verwendet. Jedoch gibt es unterschiedliche Wörter für unterschiedliche Definitionen. Besonders CO2-Neutral ist nicht gleichzusetzen mit Klimapositiv.
Beginnen wir bei CO2-Neutral und Net-Zero.
In beiden Fällen arbeiten Unternehmen daran, ihren CO2-Fußabdruck zu reduzieren und auszugleichen. Während sich CO2-Neutral auf den Ausgleich der Gesamtmenge der CO2-Emissionen bezieht, bedeutet Netto-Null-CO2, dass von Anfang an kein Kohlenstoff emittiert wurde, sodass kein Kohlenstoff abgeschieden oder ausgeglichen werden muss. Zum Beispiel kann das Gebäude eines Unternehmens, das vollständig mit Solarenergie betrieben wird und keine fossilen Brennstoffe verwendet, seine Energie als „Null-CO2“ bezeichnen. Wahrlich Netto-Null ist quasi nicht möglich - Regenwasser ist Netto-Null, alles andere nur quasi Netto-Null.

Wenn jedoch von „Netto-Null“ gesprochen wird, kann man noch zwischen Netto-Null-CO2 oder -Emissionen unterscheiden.
Netto-Null-Emissionen beziehen sich auf die Gesamtbilanz der erzeugten Treibhausgasemissionen (THG) und der aus der Atmosphäre entnommenen Treibhausgasemissionen.
Auch wenn das wissenschaftliche Konzept oft auf Länder wie USA, China angewendet wird, kann es auch für Organisationen verwendet werden.

Mit anderen Worten, Netto-Null beschreibt den Zeitpunkt, an dem der Mensch aufhört, die Belastung der Atmosphäre durch klimaheizende Gase zu erhöhen.

Was ist der Unterschied zwischen CO2-Negativ und Klimapositiv

Wiederum zwei sehr ähnliche Begriffe sind CO2-Negativ und Klimapositiv. Diese bedeuten jedoch das selbe in ihrer Definition, verursachen nur unterschiedliche Emotionen beim Leser.

Sie werden benutzt, wenn ein Unternehmen der Atmosphäre mehr CO2 entzieht, als es emittiert. Dann hat das Unternehmen eine negative Menge an CO2-Emissionen und wirkt sich positiv auf das Klima aus.

Das bedeutet, um klimapositiv zu werden, muss ein Unternehmen seine gesamte Wertschöpfungskette verstehen und analysieren. In jedem Schritt müssen die Emissionen berechnet werden können, von der Produktion über die Herstellung, den Vertrieb, bis hin zum Endverbrauch. Also vom Produkt zum Leben. Zusätzlich müsste das Unternehmen dann weitere Maßnahmen ergreifen, um noch mehr Emissionen zu kompensieren.

Dazu gibt es nur einen Weg: Scopes 1, 2 und 3 der CO2-Emissionen berechnen. Diese beleuchten wir in unserem nächsten Artikel mehr.

Da CO2-Neutralität oder Klimapositiv für Unternehmen zum neuen Trend geworden ist, sehen einige Unternehmen bereits weiter und neigen dazu, die Gesamtheit ihres historischen Fußabdrucks zu löschen.

Microsoft war eines der ersten großen Unternehmen, das die Ankündigung machte, schnell gefolgt von Google. Da die EU als erster Kontinent CO2-neutral werden will, müssen Unternehmen und Einzelpersonen ihren CO2-Fußabdruck schnell reduzieren.

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