Klim: Die Bewegung für Klimapositivität durch regenerative Landwirtschaft

Veröffentlicht am: 
Januar 19, 2022

Die Landwirtschaft klingt bei vielen nach Nahrung. Bewusst ist auch vielen, dass Monokulturen für Böden schädlich sind. Außerdem verursacht die Land- und Forstwirtschaft knapp 1/4 aller Emissionen weltweit, denn durch viele konventionelle landwirtschaftliche Praktiken wird der Oberboden, die Humusschicht, zerstört. Diese Schicht besteht zu 60 % aus Kohlenstoff, der dadurch in Form von CO2 in die Atmosphäre entlassen wird.
Klim ist ein Start-Up aus Berlin, welches sich der Problematik widmet, Treibhausgase aus der Umwelt in der Erde fängt und Böden regeneriert.

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1. Wer seid ihr, für was steht ihr, was ist euer Ziel, eure Vision und Mission?

Wir bei Klim schaffen als Impact Start-up eine gemeinsame Bewegung mit Landwirt:innen und Verbraucher:innen, um die regenerative Landwirtschaft schnellstmöglich zu verbreiten und klimaschädliche CO2-Emissionen aus der Atmosphäre im Boden zu speichern. Dafür haben wir eine Plattform für Landwirt:innen entwickelt, die dabei unterstützt werden, auf regenerative Methoden umzustellen. Unser dazugehöriges Label ermöglicht den Verbraucher:innen ihren positiven Beitrag zum Klimaschutz und zum Wohl der Landwirt:innen zu leisten.

2. Zur Geschichte: Wie kam es zu eurer Idee und Gründung? Wie lief der Weg ab? Welche Schwierigkeiten wurden euch in den Weg gelegt, und welche müsst ihr noch immer überkommen?

Unser Gründer Robert beschäftigt sich schon seit über 10 Jahren beruflich mit dem Klimaschutz. Seit 2019 konzentriert er sich auf CO₂-Sequestrierung, da wir ohne diesen Bereich unsere Klimaziele nicht erreichen können. So ist er auf die regenerative Landwirtschaft gekommen und hat das Konzept entwickelt, nachdem ihm klar wurde, dass Landwirt:innen bisher kaum Unterstützung erhalten. 

Begeistert von den Vorteilen für Klima und Landwirtschaft, hat Rob bis Sommer 2020, mit der Hilfe renommierter Institutionen, Klims wissenschaftliches Fundament erarbeitet. Seitdem sind auch die anderen Co-Founder Nina und Adiv am Start.

3. Erwerbt ihr selbst Land bzw. wie funktioniert eure Zusammenarbeit mit Landwirt:innen? 

Wir selbst besitzen keine landwirtschaftlichen Flächen. Wir helfen Landwirt:innen mit unserer Plattform und Expertenwissen bei der Umstellung ihrer Felder auf regenerative Methoden. Diese Methoden registrieren die Landwirt:innen dann auf der Klim Plattform, wo wir sie verifizieren. Für jede abgeschlossene Methode und das dadurch gespeichertes CO2, bekommen Landwirt:innen eine finanzielle Vergütung. Diese Vergütung stammt von Verbraucher:innen, die Produkte mit dem Klim-Label kaufen und Unternehmen, die ihre CO2 Emissionen kompensieren wollen.

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Senior retired farmer taking a visit to his green crop fields

4. Wie kann die Landwirtschaft zu so großen Teilen zur Nachhaltigkeit beitragen?

Die Landwirtschaft war lange einer der Hauptverursacher der Klimakrise. Knapp ein viertel aller Emissionen weltweit kamen aus Land- und Forstwirtschaft, denn durch viele konventionelle landwirtschaftliche Praktiken wird der Oberboden, die Humusschicht, zerstört. Diese Schicht besteht zu 60 % aus Kohlenstoff, der dadurch in Form von CO2 in die Atmosphäre entlassen wird. Durch regenerative Landwirtschaft wird diese essenzielle Humusschicht aufgebaut und anstatt CO2 freizusetzen, speichert es große Mengen davon im Boden ein. Und das Potenzial ist wirklich riesig! Pro Jahr könnten weltweit durch regenerative Methoden bis zu 11 Gigatonnen CO2 in unseren Böden gespeichert werden.

5. Was sind regenerative Methoden?

Es gibt eine Vielzahl an regenerativen Methoden, die abhängig von der Fläche und dem Betrieb angewandt werden. Zum Beispiel Zwischenfrüchte, die den Boden zwischen

dem Anbau von Hauptfrüchten bedecken, oder Untersaaten, die zusammen mit der Hauptfrucht auf dem Feld wachsen und den Boden auch nach der Ernte der Hauptfrucht bedecken. Außerdem kommt die Begrünung von brachen Feldern in frage, die durch vielfältige Blühmischungen Acker begrünt und bedeckt. Oder auch die Anlage von Hecken und viele viele mehr! Diese regenerativen Methoden zahlen übrigens nicht nur auf den Klimaschutz ein, sondern wirken sich auch positiv auf die Biodiversität aus. Beispielsweise die bunten Blühwiesen und der stark reduzierte Bedarf an Pestiziden und Düngemitteln.

6. Kann das Land trotzdem noch über Jahre hinweg für Anbauten verwendet werden?

Ja klar! Die regenerativen Methoden ergänzen den Anbau von Hauptfrüchten und sorgen langfristig sogar dafür, dass die Ernte ertragreicher wird, da der Boden durch regenerative Methoden gesünder wird. Dadurch ist er auch viel weniger anfällig für Dürren oder Flut. 

7. Habt ihr Pläne euch auf internationale Flächen zu erweitern?

Erstmal wollen wir die regenerative Landwirtschaft in Deutschland flächendeckend verbreiten. Aber je mehr Flächen auf der Erde regenerativ bewirtschaftet werden, desto schneller können wir die Klimakrise stoppen - also ja, wir wollen langfristig auch international Landwirt:innen dabei helfen, auf regenerative Methoden umzustellen. 

8. Wohin möchtet ihr wachsen, was sind eure Ziele und Träume bei Klim? 

Wir stellen uns eine Zukunft vor, in der Landwirt:innen, Verbraucher:innen und Unternehmen zusammenarbeiten und gemeinsam ein faires, nachhaltiges und klimapositives Lebensmittelsystem schaffen. Unser Ziel ist es, die Landwirtschaft zu einer positiven Kraft im Kampf gegen die Klimakrise zu machen.

9. Welche Produkte werden / wurden bereits mit dem Klim Label ausgezeichnet?

Die Produkte und Unternehmen mit Klim Label sind sehr verschieden und reichen von Brot und Bowls über ready-to-eat Getreide zu Haferdrinks. 

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10. Was kann ich tun, um euch zu unterstützen, und was denkt ihr, sind die einfachsten Wege für mich privat meinen CO2-Fußabdruck zu reduzieren?

Um unsere Landwirt:innen zu unterstützen, kannst du Produkte mit Klim Label kaufen oder Online Shops unterstützen, die Klim als Projekt ausgewählt haben, um CO2 Emissionen zu kompensieren. Um Klim zu unterstützen, kannst du dich über regenerative Landwirtschaft informieren und dein Wissen mit deiner Community teilen - je mehr Leute darüber Bescheid wissen, desto schneller können wir die regenerative Landwirtschaft gemeinsam verbreiten.

Und um deine eigenen CO2 Emissionen zu reduzieren, kannst du zum Beispiel deine Einkäufe so nachhaltig wie möglich gestalten und hauptsächlich saisonal und lokal einkaufen.

11. Was denkt ihr über COKO und unsere Partnerschaft? 

Wir freuen uns total mit COKO zusammenzuarbeiten! Durch COKO wird es Konsument:innen leicht gemacht, mit ihrem Einkauf etwas Gutes fürs Klima und die Natur zu tun - das unterstützen wir gerne!

12. Was wünscht ihr euch für die Zukunft im Bereich Naturschutz/Umweltschutz?

Wir wünschen uns, dass Klimaschutz eine höhere Priorität in allen Bereichen bekommt und, dass sich mehr Menschen und Organisationen auf umsetzbare Klimalösungen fokussieren, die es ermöglichen, dass wir so schnell wie möglich in einer klimapositiven Welt leben können. Unsere Vision der Landwirtschaft sieht so aus, dass Landwirt:innen maßgeblich zum Klimaschutz beitragen und gleichzeitig gesunde und schmackhafte Erzeugnisse produzieren. Verbraucher:innen, Unternehmen und Landwirt:innen arbeiten zusammen, um Lieferketten nachhaltig und fair für alle zu gestalten. 

Wir wollen Konsumentscheidungen positiv beeinflussen,
um gemeinsam den langfristigen Erhalt eines lebenswerten Planeten zu sichern.

Wir werden unterstützt durch:
Mit viel ♥ aus Hamburg ©COKO-Projects UG (haftungsbeschränkt) 2021
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